Im modernen Alltag gehört Internetzugang längst zu den unverzichtbaren Grundlagen – für private Anwendungen wie Streaming, Gaming, Smart-Home-Geräte oder berufliche Zwecke im Homeoffice. Dabei ist häufig die Rede von WLAN (Wireless Local Area Network) und LAN (Local Area Network, meist kabelgebunden über Ethernet).

Obwohl die Hauptaufgabe beider darin besteht, Geräte in einem lokalen Netzwerk (z. B. Zuhause oder im Büro) miteinander und mit dem Internet zu verbinden, unterscheiden sie sich grundlegend in Bezug auf Technik, Übertragungsmedium, Geschwindigkeit, Reichweite und Sicherheitsaspekte.
Inhalt
1. Grundprinzip und Entstehung der beiden Technologien
1.1 Wie ein LAN (Ethernet) funktioniert
Ein LAN (Local Area Network) ist ursprünglich jegliches lokales Netzwerk, also kann es theoretisch auch WLAN umfassen. In der Alltagssprache wird mit „LAN“ jedoch meist das kabelgebundene Netzwerk assoziiert, basierend auf Ethernet. Ethernet selbst entstand in den 1970er-Jahren am Xerox Palo Alto Research Center (PARC), wurde später standardisiert (IEEE 802.3) und ist bis heute das dominierende leitungsgebundene Übertragungsverfahren im lokalen Umfeld.
- Übertragungsmedium: Meist Kupferkabel (Twisted-Pair, z. B. Cat.5e, Cat.6, Cat.7) oder Glasfaserkabel in speziellen Fällen (Backbones, sehr hohe Geschwindigkeiten/Entfernungen).
- Topologie: Seit den 1990er-Jahren nutzt man in aller Regel die Sterntopologie mit Switches; jedes Gerät (PC, Drucker, Server) erhält einen Port am Switch und ein eigenes Kabel dorthin.
- Datenrate: Moderne Ethernet-Varianten erreichen 1 Gbit/s (Gigabit Ethernet) im Heim- und Bürobereich als Standard. In Unternehmen oder Rechenzentren sind 2,5 Gbit/s, 5 Gbit/s, 10 Gbit/s oder gar 100 Gbit/s realisiert.
- Adressierung: Jedes Ethernet-Interface besitzt eine MAC-Adresse; der IP-Verkehr (IPv4, IPv6) wird darauf aufbauend transportiert.
Das entscheidende Merkmal des LAN/Ethernet ist die kabelgebundene Kommunikation, was einerseits eine stabile und störungssichere Verbindung bedeutet, andererseits aber räumliche Beschränkungen mit sich bringt.
1.2 Wie ein WLAN (Wi-Fi) funktioniert

Ein WLAN (Wireless LAN) bezeichnet ein drahtloses Netzwerk, das meist gemäß den IEEE-802.11-Standards operiert. Umgangssprachlich sagt man auch Wi-Fi, das ist eigentlich eine Markenbezeichnung der Wi-Fi Alliance, hat sich aber eingebürgert.
- Übertragungsmedium: Funkwellen im 2,4-GHz- oder 5-GHz-Band (bzw. neuerdings 6-GHz-Band, Wi-Fi 6E).
- Access Points: Zentraler Knoten, an den sich Endgeräte (Laptops, Smartphones, Tablets, IoT-Geräte) per Funksignal anmelden.
- Standards: 802.11a/b/g/n/ac/ax etc. (Wi-Fi 1 bis Wi-Fi 6/6E), mit nominellen Raten von einigen Mbit/s bis zu mehreren Gbit/s.
- Reichweite: Abhängig von Sendeleistung, Frequenz und baulichen Hindernissen. In typischen Wohnungen oder Büros reicht das Signal durch mehrere Räume, verliert aber an Qualität je nach Wänden, Störquellen und Entfernungen.
WLANs entstanden in den 1990er-Jahren, gewannen rasch an Bedeutung, weil sie eine flexible Vernetzung erlauben, ohne Kabel verlegen zu müssen. Mit jeder neuen IEEE-802.11-Generation stieg die mögliche Datenrate, wodurch WLAN für immer mehr Anwendungen attraktiv wurde.
1.3 Historische Abgrenzung und Mischnutzung
Früher war LAN meist das Synonym für Ethernet, sprich kabelgebunden. WLAN bildete dazu eine Ergänzung für mobile Geräte oder Räume, in denen man keine Kabel verlegen wollte/konnte. Heute finden wir in nahezu jedem Haushalt einen Router, der gleichzeitig einen 4-Port-Switch (LAN) und ein WLAN-Access-Point bereitstellt. Damit werden beide Techniken parallel benutzt.
2. Hardware- und Standardentwicklungen im Detail
2.1 Ethernet (LAN) – von 10 Mbit/s zu 400 Gbit/s
- 10BASE-T (10 Mbit/s, Twisted-Pair) und 100BASE-TX (Fast Ethernet, 100 Mbit/s) prägten die 1990er.
- Gigabit Ethernet (1000BASE-T) ist heute Standard im Massenmarkt: 1 Gbit/s über Cat.5e oder höher.
- In Data-Centern oder High-End-Büros: 10GBASE-T, 25 Gbit/s, 40 Gbit/s, 100 Gbit/s, 400 Gbit/s. Dort kommen teils Glasfaservarianten oder SFP+/QSFP+ Module zum Einsatz.
Kabelgebundene Verbindungen punkten durch geringe Latenzen, kaum Störeinflüsse und garantierte Bandbreite(wenn Switch und Kabel es unterstützen). Allerdings sind sie unflexibel, man muss Kabel verlegen und Endgeräte haben RJ-45- oder Glasfaser-Ports.
2.2 WLAN (Wi-Fi) – 802.11-Familie
Die 802.11-Standards nennen sich seit ein paar Jahren auch Wi-Fi 4/5/6 etc., um es laienfreundlicher zu machen. Eine kleine Übersicht:
- 802.11b (Wi-Fi 1): 2,4 GHz, bis 11 Mbit/s.
- 802.11g (Wi-Fi 3): 2,4 GHz, bis 54 Mbit/s.
- 802.11n (Wi-Fi 4): Dual-Band (2,4 und 5 GHz), MIMO, theoretisch bis 600 Mbit/s.
- 802.11ac (Wi-Fi 5): Nur 5 GHz, MU-MIMO, bis 3,46 Gbit/s in der Theorie.
- 802.11ax (Wi-Fi 6): 2,4 und 5 GHz (ggf. 6 GHz bei Wi-Fi 6E), OFDMA, MU-MIMO, theoretisch über 9,6 Gbit/s.
Praktisch sieht es niedriger aus (Netto-Durchsatz i. d. R. geringer). Darüber hinaus kann die Reichweite variieren, und es gibt Interferenzen mit anderen WLANs oder Bluetooth. Die Frequenzbereiche (Kanalbreiten 20/40/80/160 MHz) spielen ebenfalls eine Rolle.
Der Vorteil: Geräte lassen sich ohne Verlegen von Kabeln einbinden, Mobilität und flexible Platzierung sind groß. Der Nachteil: Schwankende Performance, potenzielle Störungen, Sicherheitsaspekte (Verschlüsselung WPA2/WPA3 erforderlich), Abhängigkeit von Wänden und Dämpfung.
2.3 LAN vs. WLAN in Zahlen
Obwohl man in Marketingaussagen WLAN-Raten von mehreren Gbit/s liest (z. B. 1.2 Gbit/s pro Stream, 4 Streams summiert ~4,8 Gbit/s), muss man bedenken, dass dies stark vom Abstand und Störumfeld abhängt. Ein Gigabit-LAN ist hingegen sehr stabil bei 940–950 Mbit/s Netto.
3. Gegenüberstellung: LAN vs. WLAN in einer Tabelle
Um die wesentlichen Unterschiede klar aufzuzeigen, folgt eine kompakte tabellarische Übersicht. Natürlich kann es je nach Einzelfall Abweichungen geben; wir konzentrieren uns hier auf typische Eigenschaften in Heim- oder Büroanwendungen.
Kriterium | Kabelgebundenes LAN (Ethernet) | WLAN (Wi-Fi) |
---|---|---|
Medium | Kupferkabel (Twisted-Pair) oder Glasfaser | Funkwellen im 2,4/5 (6) GHz-Band |
Geschwindigkeit | Meist 1 Gbit/s (bis 10/25/40+ Gbit/s in Firmen) | Theoretisch bis ~9,6 Gbit/s (Wi-Fi 6) |
Reichweite | Bis ~100 m (Cat.5e), Glasfaser teils km | Ca. 10–50 m in Gebäuden, je nach Wand |
Stabilität | Sehr stabil, konstante Datenrate | Kann schwanken (Störquellen, Distanz) |
Verkabelung | Erfordert Netzwerkkabel verlegen | Kein Kabel nötig, AP + Client-Gerät |
Mobilität | Endgerät ortsgebunden (Kabel) | Endgerät frei beweglich, roamen |
Latenz | Sehr niedrig (0,2–1 ms) | Höher (~ 2–10 ms), schwankend |
Sicherheit | Switches + VLANs, kein NAT nötig, physischen Zugang schwerer manipulierbar | WPA2/WPA3-Verschlüsselung nötig, sonst abhörbar |
Installation | Mühe mit Kabeln, teils Bohrungen | Einfache AP-Installation, kein Kabel zum Endgerät |
Kosten | Kabel + Switch pro Gerät (Port) | WLAN-APs, evtl. Repeater/Mesh |
Typische Nutzung | Desktop-PCs, Server, NAS, Gaming (LAN-Partys) | Laptops, Smartphones, Tablets, Gäste/Bring-your-own-Device |
Diese Tabelle zeigt: LAN und WLAN haben unterschiedliche Stärken. LAN brilliert bei zuverlässiger Hochgeschwindigkeitsübertragung und niedriger Latenz, WLAN bei Flexibilität und Bequemlichkeit.
4. Performance, Sicherheit und Kostenaspekte
4.1 Performance-Überlegungen
Wer große Dateien zwischen PCs im Haushalt kopiert oder ein NAS (Network Attached Storage) betreibt, gewinnt durch Gigabit-LAN spürbar an Effizienz, da man konstant 80–110 MB/s erreichte Netto-Transferraten erzielen kann. WLAN kann mit Wi-Fi 5 oder Wi-Fi 6 zwar höhere Peakraten auf dem Papier liefern, bricht jedoch in realen Umgebungen bei Distanz oder Wänden oft ein – 200–400 Mbit/s sind praktikabel, was ca. 25–50 MB/s Netto entspricht.
Für Online-Gaming oder Streaming in 4K kann WLAN ausreichen, sofern das Signal gut ist. Aber in mehrstöckigen Häusern oder bei Nachbarn, die auf denselben Kanälen funken, erlebt man Lags und Einbrüche. Professionelle Gamer schwören oft auf LAN, um Latenz und Jitter minimal zu halten.
4.2 Sicherheit: Kabel vs. Funk
Kabel: Lokal muss man physischen Zugriff haben, um Abhörgeräte (Sniffer) einzuschleifen. Switches verarbeiten Pakete isoliert. Angriffe sind möglich (ARP-Spoofing, VLAN-Hopping), aber grundsätzlich ist ein „Abhören über Luft“ ohne physischen Kontakt schwierig.
WLAN: Funksignale durchdringen Wände. Ohne Verschlüsselung könnte man Traffic mitlauschen. Deswegen implementiert man WPA2 oder WPA3, die Datensicherheit via AES-basierter Verschlüsselung bieten. Schwache Passwörter oder alte WPA2-PSK-Konfigurationen stellen ein Risiko dar. In öffentlichen Hotspots (Cafés, Flughäfen) ist man potenziell starker Abhör- und Angriffsgefahr ausgesetzt, wenn keine VPN- oder TLS-gesicherte Verbindungen genutzt werden.
4.3 Kosten
- LAN: Man benötigt pro Endgerät ein Kabel und Switch-Port. Materialkosten (Ethernet-Kabel: Cat.6 ~ 1–2 € pro Meter), Switch-Preise (kann ab 20 € losgehen für 5 Ports, bis zu mehreren 100 € für Manageable-Modelle). Bei größeren Distanzen oder baulichen Anforderungen kann es teurer werden (in Wänden verlegte Kabel).
- WLAN: Ein Access Point oder WLAN-Router deckt mehrere Geräte gleichzeitig ab. Keine zusätzlichen Kabel pro Endgerät. Evtl. Repeater oder Mesh-Systeme nötig in größeren Wohnungen/Häusern. Auch hier kann der Preis für ein gutes Wi-Fi 6-Mesh-System 200–300 € oder mehr betragen.
In typischen Haushalten ist WLAN bequemer, weil es das Verlegen von Netzwerkkabeln erspart. In Büroumgebungen, wo man Hunderte Arbeitsplätze vernetzt, kann ein Mix aus LAN (für stationäre Arbeitsplätze) und WLAN (für Laptops, Besucher) sinnvoll sein.
5. Praxisempfehlungen und Fazit
5.1 Kombinierte Nutzung im Alltag
Tatsächlich ergänzen sich WLAN und LAN meist ideal. Beispielsweise:
- Fester Desktop-PC in einem Hobbyzimmer: LAN-Kabel für hochperformantes Gaming oder Medienbearbeitung.
- Laptop oder Smartphone: Per WLAN flexibel in jedem Zimmer surfen oder Videokonferenzen abhalten.
- Smart-TV: Je nach Position, wenn ein LAN-Kabel möglich ist, sichert man so stabile 4K-Streams. Wenn zu aufwendig, tut es ein WLAN-5-GHz-Signal.
Viele Router bieten sowohl mehrere Gigabit-LAN-Ports als auch ein starkes Dual-/Tri-Band-WLAN. Meshlösungen ermöglichen eine nahtlose Erweiterung der WLAN-Abdeckung, falls der Router nicht das ganze Haus abdeckt.
5.2 LAN in anspruchsvollen Umgebungen
In Firmen, Universitäten oder High-End-Haushalten (Smart-Home) kann es sinnvoll sein, die wichtigsten Geräte per LAN anzuschließen: Server, Netzwerkspeicher (NAS), Desktop-PCs, Festnetz-Telefonie via VoIP-Geräte. Gerade bei Großdateien, ständiger Datensicherung oder Virtualisierung lohnt sich das.
Außerdem setzen viele Betriebe auf VLANs und segmentieren ihr Netz: Ein VLAN für Drucker, eins für Gäste, eins für interne Kommunikation. Das ist mit Ethernet relativ straightforward. WLAN kann VLAN-Tagging in Access Points realisieren, ist aber aufwändiger.
5.3 WLAN in größeren Räumen und Outdoor
Um mit WLAN in größeren Gebäuden oder auf dem Außengelände eine stabile Verbindung zu garantieren, installiert man mehrere Access Points, die mittels Roaming-Funktionen (802.11k, 11v, 11r) ein nahtloses Umschalten der Clients ermöglichen. Für Outdoor können wetterfeste APs oder Richtantennen nötig sein. Auch Frequenzplanung und Kanalauswahl (z. B. 5 GHz) sind essenziell, um Interferenzen zu minimieren.
Man muss sich klar sein: WLAN erfordert Koordination und ggf. Meshing, Repeater oder Powerline-Adapter, wenn man Reichweiten-Deadzones hat. Je mehr Endgeräte parallel funken, desto größer die Kollisionswahrscheinlichkeit. Hochwertige Wi-Fi 6-APs (MU-MIMO, OFDMA) verbessern die Effizienz bei hoher Client-Dichte.
5.4 Ausblick
- LAN: Ethernet-Standards entwickeln sich weiter (2,5 GBASE-T, 5 GBASE-T, 10 GBASE-T) für höhere Geschwindigkeiten in Privat- und Kleinbüroumgebungen, ohne teure Glasfaser.
- WLAN: Mit Wi-Fi 6 und 6E (6 GHz-Frequenzband) steigt der Durchsatz, Latenzen sinken, Interferenzen werden reduziert. Wi-Fi 7 (802.11be) steht bereits an, verspricht nochmals mehr Datenraten.
- Integration: Noch mehr Geräte werden mobil, dennoch ist die stabile, kabelgebundene Infrastruktur (LAN) für Backbones und Bandbreiten-hungrige Anwendungen unverzichtbar.
5.5 Zusammenfassung und Schlussfolgerung
LAN (Ethernet) – Stärken:
- Garantierte, konstante Datenraten (z. B. 1 Gbit/s)
- Kaum Störungen, stabile Latenz
- Höchste Sicherheit durch physische Verkabelung
- Ideal für Workstations, Server, NAS, kritische Echtzeit-Anwendungen
WLAN (Wi-Fi) – Stärken:
- Kabellos, flexibel, praktisch für mobile Endgeräte
- Schnelle Einrichtung, kein Bohren/Kabelsalat
- Moderne Standards ermöglichen mehrere 100 Mbit/s oder gar Gbit/s in idealen Bedingungen
- Perfekt für Smartphones, Laptops, Smart-Home
In der Praxis hat sich bewährt, beides einzusetzen. Leistungsstarke LAN-Verbindungen für stationäre Geräte und anspruchsvolle Dienste (große Datentransfers, Streamingserver, Gaming-PCs), während WLAN den Komfort für mobile oder lose Endgeräte bietet. Letztlich ist das kein „Entweder-Oder“, sondern die Frage, welche Netzwerktopologie man an welcher Stelle bevorzugt.
Unabhängig davon bleibt es sinnvoll, ein gutes Verständnis beider Techniken zu haben, um sie optimal zu konfigurieren – ob man im Eigenheim ein Mesh-WLAN aufbauen oder in der Firma strukturierte Verkabelung und VLAN-Konzepte umsetzen will. Dank stetiger Weiterentwicklung bei LAN (höhere Geschwindigkeiten) und WLAN (Wi-Fi 6, 6E, 7) wird man in den nächsten Jahren noch mehr Möglichkeiten haben, seine Endgeräte in zuverlässige und performante Netzwerke einzubinden.
Werbung


















(**) UVP: Unverbindliche Preisempfehlung
Preise inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten